Scroll

5 Fettnäpfchen der Kundenkommunikation

Alles neu macht der …  [*gähn*]

Ernsthaft? Soll dieser Post so beginnen?

Natürlich nicht, auch wenn heute etwas Neues beginnt: Mit 5 unerhörten Fakten oder auch 5 ungemein klugen Gedanken oder 5 unerwarteten Einsichten wollen wir Euch quasi die Quintessenz unseres Agentur-Alltags präsentieren: Und damit wir nicht alle kreativen Ideen auf einmal verpulvern, gibt es das Ganze in einem monatlichen Format. Voilà: Die 5 am Fünften.

Zurück zum Textanfang, bei dem einem der Kopf vor schierer Langeweile auf die Tischplatte zu fallen droht. Er ist ein wundervolles No-Go für unsere ersten 5 am Fünften.

Alles, was Du in deinem beruflichen Umfeld tust, ist Werbung.

Für Dich und Deine Unternehmung. Oder, wenn Du nicht aufpasst, negative Werbung. Wer also etwa einen Blogbeitrag mit einer überstrapazierten Floskel beginnt, hat gute Chancen, dass die Leserschaft nach dem 1. Satz weg ist. (Hoffentlich bist Du noch da?)

Anders gesagt: Man kann nicht nicht kommunizieren.

Dieser kluge Satz ist eines der Axiome des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick (Zur Erinnerung: Ein Axiom ist ein Grundsatz, der keines Beweises bedarf. Man könnte auch „Binsenweisheit“ dazu sagen, klingt aber natürlich nicht so gelehrt.). Heißt: Die Frage ist nicht, was Du Dir gedacht hast (oder nicht). Sondern immer nur: Wie kommt es beim Kunden an?

Öffnen wir die Kammer des Schreckens in der (unfreiwilligen) Kundenkommunikation

1. „Meine Kunden sind mir nicht wichtig.“

Es gibt vermutlich niemanden, der dies klaren Verstandes von sich sagen würde. Und doch gibt es Unternehmer, die im Jahr 2018 keine Webseite haben. Zur Not findet man die meisten ja auch irgendwie im Netz. Was auch immer das Motiv dafür sein mag (z.B. kein Interesse an Neukunden-Akquise, weil Oberkante Unterlippe ausgelastet), die Aussage ist klar: Es ist mir völlig egal, ob du gefühlt ewig suchen musst, bis du meine Telefonnummer/Adresse/Öffnungszeiten herausfindest! Das gleiche gilt übrigens auch für Seiten, deren Nutzung mit dem Smartphone eine Zumutung sind.

 

2. „Ich bin eitel. Oder geizig. Oder beides.“

Ich persönlich hasse es, fotografiert zu werden. Das geht bestimmt vielen Menschen so. (Kaum vorstellbar, dass Menschen das freiwillig tun und damit auch noch Geld verdienen.) Vielleicht fehlt auch immer die Zeit für ein gutes Fotoshooting, und das kostet ja auch was. In der Kundenkommunikation wird also das 10 Jahre alte Foto wieder und wieder benutzt. Bis eines Tags ein Kunde vor Dir steht und denkt, Mensch, der/die sieht ja gar nicht so knackig aus wie auf dem Foto! Steht der nicht dazu, älter zu werden? Die Authentizität und vielleicht auch schon etwas Vertrauen ist damit bereits in der ersten Sekunde des persönlichen Kontaktes futsch.

3. „Ich weiß nicht so recht, wer ich bin, und wenn ja, wie viele.“

In der Unternehmenskommunikation läuft es manchmal wie im Schrebergarten: Hier noch eine Pergola, da eine Schaukel und im nächsten Jahr bauen wir endlich am Pool weiter. Hoffentlich fällt bis dahin keinem das große Loch auf... Charmant? Für die Kunden eher chaotisch, wenn nicht klar wird, was Du eigentlich machst und warum. Unternehmensplanung ist das eine, planvoll und professionell darüber reden noch mal ganz etwas anderes. Das braucht Zeit und Energie und ist definitiv Chefsache.

 

4. „Ich neige zur Selbstüberschätzung.“

Zurück zum Anfang, zu „Alles neu macht der Mai“. Texten für einen Flyer oder eine Webseite ist nicht dasselbe, wie einen Sandkasten für den Nachwuchs zusammenzubauen. Der Baumarkt-Slogan „Respekt, wer‘s selber macht“ gilt hier nicht! Du willst Zielgruppen erreichen und Kunden gewinnen? Komplexe Zusammenhänge aufdröseln und das Unternehmen in den sozialen Netzwerken pointiert präsentieren? Respekt, wer erkennt, wo seine Talente liegen. Und ggf. seine Grenzen. Oder, wenn wir schon beim Phrasendreschen sind: Schuster, bleib' bei Deinen Leisten.

 

5. „Ich hab‘s nicht so mit Umgangsformen“

Was machst Du noch mal beruflich? Ist eigentlich unwichtig. Denn was auch immer verkauft werden soll (und es geht immer ums Verkaufen, egal ob Dinge, Dienstleistungen, medizinische Hilfe, Talent, etc.), immer geht es auch um Menschen, um Beziehungen, um Chemie. Man ist sich grün, dann ist der Boden bereitet für ein gutes Geschäft. Wenn nicht… hm, schwierig. Aber es lohnt sich immer, in die Beziehung zum (potenziellen) Kunden zu investieren. Das ist Kommunikation: Sei nett, mach dich hübsch und deinen Laden auch, denn Kunden wollen umworben sein.

 

Geschrieben von: Caroline